Wir suchen die “Motorradunfreundlichste Stadt Deutschlands”

Die vom BVDM für 2004 erstmals ins Leben gerufene Aktion “Motorradunfreundlichste Stadt Deutschlands” hat bei unseren Mitgliedern, der Presse und bei den betroffenen Motorradfahrern in Essen ein breites Echo hervorgerufen. Nachdem die Stadt Essen in einem innenstadtnahen Bereich Parkgebühren für Motorradfahrer erheben will und auch die Zufahrt zum beliebten Motorradfahrer-Treffpunkt Haus Scheppen am Baldeneysee sperren will, formiert sich Widerstand. Doch wie aus den folgenden Zuschriften zu sehen ist, gibt es weitere Städte und Kreise, die sich nicht gerade motorradfreundlich verhalten. In den nächsten Wochen wird der BVDM-Vorstand entscheiden, welche Stadt in diesem Jahr die negative Auszeichnung “Motorradunfreundlichste Stadt Deutschlands” erhält.

 

Nicht willkommen in Überlingen?

Nachdem ich lesen musste, dass in meiner Heimatstadt 88662 Überlingen am Bodensee ein Nachtfahrverbot herrscht und ich mich als Motorradfahrer dort sehr unwohl fühle, schlage ich diesen „Kur-Ort“ vor. Abgesehen davon, dass fast überall Tempo-30-Zonen sind, wird man wirklich sehr schlecht empfangen. Man wird sozusagen angeschaut, wie wenn die lieben Bürger noch nie so was wie ein Motorrad gesehen haben. Abstellmöglichkeiten sind auch eher gering. Habe sogar mitbekommen, dass der Vater eines Bekannten an seinem Roller ein Knöllchen hatte. Das kann’s einfach nicht sein. Gerade weil sehr viele Biker und Biker-Touristen nach Überlingen kommen, sollte man auf jeden Fall offener dafür sein. Erst Anfang dieser Woche wurde ich Zeuge einer „Verfolgungsjagt“: Ein Jugendlicher ist auf seinem 125er Mopped durch die Stadt gefahren (er hat sich definitiv an die vorgeschriebene Geschwindigkeit gehalten).

Ein Polizei-Wagen fuhr dahinter und machte per Lautsprecher mehrmals die laute und unfreundliche Aufforderung sofort anzuhalten, was dieser tat. Danach inspizierten sie jede kleine Stelle seines Moppeds und waren voller Hoffnung etwas zu finden. Später durfte er dann (zum Leid der Polizei) weiterfahren. Es ist leider eine Tatsache, dass die Grünen in Überlingen nichts zu tun haben, und so macht es auch keinen Spaß durch Überlingen zu fahren. Nebenbei erwähnt, wurde ich an einem Wochenende 6 mal in Überlingen angehalten und kontrolliert (war allerdings mit dem Auto, Fiat Tempra, Originalzustand).

Egal wo man auch läuft, trifft man an jeder Ecke eine „nette“ Dame mit einem Kasten in der Hand und tippt was ein bzw. ist gierig auf der Suche nach Opfern. Ab 22 Uhr darf man mit Motorrad sowieso nicht mehr durch die Innenstadt fahren. Dass die Polizei nichts zu tun hat, könnt ihr wahrscheinlich nicht ändern. Da Überlingen aber sonst eine sehr schöne Stadt ist, könnte man wirklich einiges für uns Biker optimieren.

 

  wasserzeichen-ganzklein Benjamin Volkmer - BallHupe 2/2006 - Seite 27

 

Parken in Büsum

Im Sommer 2001 fuhr ich mit einem Freund nach Büsum, der netten Stadt am Meer, hier stellten wir unsere Motorräder in Zentrumsnähe auf einem gekennzeichneten Parkplatz ab. Als wir zu den Bikes zurückkehrten stellten wir fest, dass man uns mit je einem Verwarngeld bedacht hatte. Wir konnten uns da keinen Reim drauf machen und suchten in der Nähe nach der Lösung. Wir fanden hinter einem Gestrüpp versteckt ein Verkehrsschild, welches den Gebrauch von Parkscheiben vorschrieb. Ich fand dieses doch ein wenig sehr kleinlich, da wir zwei Mopeds auf einem gekennzeichneten Parkplatz (Parkbucht) abgestellt hatten und schließlich auch der Gastronomie ein paar Taler hatten zukommen lassen. Vom Verlassen der Motorräder bis zur Rückkehr hatte es ca. 45 Minuten gedauert. Seit dem waren wir nicht mehr dort, schade eigentlich, ist ansonsten ein netter Ort.

P.S.: Welcher Motorradfahrer führt immer eine Parkscheibe mit sich???

 

  wasserzeichen-ganzklein Dedl - BallHupe 1/2004 - Seite 26

 

Schlechte Erfahrungen in Calw

Da empfehle ich doch gerne (auch wenn´s nicht eine Stadt ist), den Landkreis Calw, und zwar als Ganzes. Dort (aber sonst in dieser Form nirgends) meinen diverse Dörfer, sie könnten an alle ihre Ortstafeln eine nächtliche Motorradsperrung mit dranhängen. Die entsprechenden Zufahrtsstrecken verwandeln sich somit in Sackgassen. Rechtzeitige Ankündigungen dieser Sperrungen gibt es längst nicht überall (auch wenn es nach meinen Protesten vor ein paar Jahren etwas besser wurde). An Umleitungsbeschilderungen braucht man gar nicht zu denken, und alle Anfragen bei der zuständigen Verkehrsbehörde im Landratsamt nach einer vollständigen Übersicht der Sperrgebiete werden ignoriert oder allenfalls lückenhaft bzw. falsch beantwortet.

 

  wasserzeichen-ganzklein Martin Theodor Ludwig - BallHupe 1/2004 - Seite 26

 

Kein Platz für Motorräder in Stralsund?

Auf die Aktion “Motorradunfreundlichste Stadt” bin ich durch den Bremer Motorrad Anzeiger aufmerksam geworden. Ich habe ein schönes Beispiel der Ostabzocker, die ihre DDR-Wegelagerei immer noch nicht abgelegt haben. Statt den Fremdentourismus zu fördern, werden die wenigen zahlenden Touristen abgezockt und vertrieben. (Das Folgende stammt aus einem Brief an den Oberbürgermeister von Stralsund, Anmerkung der Redaktion):

Am 31. Juni 2001 waren wir zu Besuch in Stralsund. Da die Parkmöglichkeiten sehr stark beschränkt sind, haben wir unsere Motorräder auf einem überbreiten Fußweg neben den ausgewiesenen Parkplätzen geparkt, um nicht pro Motorrad einen Parkplatz zu belegen. Nachdem wir kurz zu Mittag gegessen hatten, mussten wir feststellen, dass beide Motorräder mit einem Verwarnung von 30,- DM versehen wurden. Darüber waren wir derart verärgert, dass wir uns zu einer Weiterreise nach Rügen entschlossen, um dort unser Geld auszugeben. (...) Wir werden zumindest einen großen Bogen um Stralsund machen und sämtlichen Freunden und Bekannten davon abraten, Stralsund zu besuchen.

 

  wasserzeichen-ganzklein Detlef und Kirsten Beneke - BallHupe 1/2004 - Seite 26

 

Mehr Parkplätze für Motorradfahrer

Wie ich in der Ballhupe lesen konnte, wird wieder mal eine Stadt gekürt. Bravo. Aber die meisten Argumente die ich dort lesen konnte, beziehen sich auf die Verwarnung durch Knöllchen beim Parken. Dies ist m. E. der falsche Aufhänger. Wir dürfen nicht jammern, dass es Gesetze gibt, die das Parken auf Gehwegen verbieten, die Parkscheiben bzw. Parkscheine vorschreiben. Wir müssen darauf aufmerksam machen, dass es zu wenig Kradparkplätze gibt!! In der Stadt in der ich lebe und arbeite, wurden im Rahmen von Neu- und Umgestaltungen der Innenstadt mehrere (ca. 8 Kradparkplätze) entsorgt. Ich bin bis dato immer noch an der Politik dran, sie möge wieder solche Parkplätze einrichten. Wir hatten schon den Gedanken, an einem schönen Samstagmorgen (wenn Markt ist), die Parkplätze in der Innenstadt mit Krädern unter Berücksichtigung der Vorschriften zu belegen. Aber es wird wohl noch ein langer Weg werden, bis die Parkplätze für Kräder wieder da sind.

 

  wasserzeichen-ganzklein Michael Wilczynski - BallHupe 2/2004 - Seite 27

 

Knöllchen

Die motorradunfreundlichste Stadt die ich kenne, ist Bühl/Baden. Wenn man in Bühl reinkommt, sind spezielle Parkplätze für Kradfahrer nicht ausgewiesen/vorhanden. Also stellt man sich auf einen gebührenpflichtigen Platz und zieht einen Parkschein. Wenn man zurückkommt, nachdem man den Umsatz der Gastronomie und des Einzelhandels gefördert hat, hat irgendein Hilfssheriff garantiert ein Knöllchen drangemacht, weil die Parkplätze nur für Pkw sind. Man ist natürlich selber schuld, weil man nicht darauf geachtet hat, aber das ist alles andere als motorradfreundlich. Mein Geld lasse ich seitdem überall, nur nicht mehr in Bühl.

 

  wasserzeichen-ganzklein Josef Vollmer - BallHupe 2/2004 - Seite 27

 

Nachtfahrverbote und Halteverbote

Mein Vorschlag für die motorradunfreundlichste Stadt ist Moers. Moers-Zentrum ist durch Dauerbaustellen und überflüssige Busspuren (selbst Busse nutzen diese Spuren nicht) nur im Schritttempo zu erreichen, aber Motorradfahrer werden durch immer neue Schikanen behindert. An der Meerstraße, Nähe Schlosspark (hier wohnt die „bessere“ Gesellschaft), wurde ein Nachtfahrverbot für Motorräder verhängt, am beliebten Treff Eiscafe Adria am Königlichen Hof wurde ein Halteverbot für Motorräder aufgestellt - mit dem Hinweis auf einen abgelegenen Motorrad-Parkplatz (von insgesamt zwei Motorrad-Parkplätzen). Und nun bin ich gespannt, was die neue Saison gegen uns bringt?!

 

  wasserzeichen-ganzklein Uwe Gruszeczka - BallHupe 2/2004 - Seite 27

 

Bitumen und Parken nur im Parkhaus

Ich schlage die Hansestadt Bremen für diesen Orden vor. Bitumen wird hier nur quadratmeterweise ausgelegt und das sehr fleißig, die Kanaldeckel sind aus voll Stahl, Straßenmarkierungen sind 100 Prozent rutschig bei Feuchtigkeit, Straßenbahnschienen sind per Kopfsteinpflaster und Bitumen verlegt.

Parkmöglichkeiten für Bikes bestehen in der Innenstadt nur im Parkhaus. Wer, wenn nicht Bremen, kann sich rühmen, diesen Orden zu bekommen?

Mit einem freundlichen Gruß, linke Hand raus, ein Ex-Ruhrpottler (man war das da schön).

 

  wasserzeichen-ganzklein H. Massow - BallHupe 3/2004 - Seite 29